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..:: Deficiente-Forum - Internacional ::.. => Deutsch => Noticias Internacionais => Nachrichten => Tópico iniciado por: RoterTeufel em 09/03/2012, 15:53
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10 Euro pro Arztbesuch
Kippt Gesundheitsminister Bahr die Praxisgebühr?
In der Regierung gibt es Bestrebungen, die umstrittene Praxisgebühr von 10 Euro pro Arztbesuch abzuschaffen! BILD.de erfuhr: Im Gesundheitsministerium wird über ein Ende nachgedacht.
Minister Daniel Bahr (35, FDP) lässt prüfen, ob die Gebühr gestrichen werden kann. Kassen-Patienten müssten dann beim Arztbesuch keine 10 Euro (je Quartal) mehr berappen.
Begründung: Die Gebühr hat ihr Ziel verfehlt, die Zahl der Arztbesuche zu senken. Noch immer geht jeder Deutsche im Schnitt fast 18-mal im Jahr zum Doktor.
Der Moment zur Abschaffung ist derzeit günstig. Die Krankenkassen schwimmen im Geld, haben fast 20 Milliarden Euro angehäuft.
Bei seiner Prüfung muss Bahr allerdings beachten. Durch die Abschaffung der Praxisgebühr würden die Krankenkassen jährlich rund zwei Milliarden Euro weniger einnehmen.
Der Minister überlegt nun, wie er diese Lücke schließen könnte. Ein Gesundheitsexperte zu BILD.de: „Das kann jetzt locker für mindestens drei Jahre aufgefangen werden. Dazu kann durch bessere Umverteilung der Gelder im Gesundheitsfonds geregelt werden, dass wir die Praxisgebühr nicht mehr brauchen.“
Bei CDU/CSU stoßen die Pläne auf Ablehnung. U.a. hat CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer erklärt, die Praxisgebühr müsse bleiben.
Einzige Ausnahme bisher: Hessens Sozialminister Stefan Grüttner. Der CDU-Minister stützt Bahrs Pläne für eine Abschaffung.
FDP-Vorstand Florian Rentsch zu BILD.de: "Ich begrüße, dass sich Stefan Grüttner der Forderung angeschlossen hat, dieses Gängelungsinstrument der Patienten abzuschaffen. Das muss jetzt das Signal für die Bundes-CDU sein, sich dem Vorstoß anzuschließen und nicht weiter zu blockieren."
Verbände und immer mehr Politiker wettern angesichts der Rekord-Gelder im Gesundheitssystem ohnehin längst gegen die Praxisgebühr.
Hintergrund: 2011 standen bei den Kassen Einnahmen in Höhe von rund 183,6 Milliarden Euro Ausgaben in Höhe von etwa 179,6 Milliarden Euro gegenüber. Zum Vergleich: Das Volumen des Bundeshaushalts liegt 2012 bei 306,2 Milliarden Euro.
Trotzdem weigern sich die Kassen, an ihre Versicherten Prämien auszuzahlen, was die Politik ihnen nicht vorschreiben kann. Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre eine Möglichkeit, wie die Patienten von den Rekord-Einnahmen profitieren können, ohne dass der Kassenbeitrag gesenkt würde, der in schlechteren Zeiten wieder angehoben werden müsste.