Frühling verschoben!
Wer hat Schuld am März-Winter?
Zufall, Petrus, Klimawandel?
Erst vor zwei Wochen jubelte ganz Deutschland: Juhu, die Sonne ist wieder da! Nach dem trübsten Winter aller Zeiten hatten wir uns endlich auf den Frühling gefreut. Doch die Freude über die ersten Sonnenstrahlen währte nur kurz: Der Winter hat uns wieder im Griff, bringt Schnee, Frost und kalte Temperaturen.
Berlin – Aber warum ist es am 18. März in Deutschland eigentlich immer noch so winterlich? Woran liegt das? Ist der Klimawandel Schuld, hat Petrus einfach nur schlechte Laune oder ist es Zufall?
Fakt ist: Bislang ist der März 2013 deutschlandweit rund 3,4 Grad kälter als das langjährige Mittel der Jahre 1981 bis 2010, sagt Dominik Jung vom Wetterportal „Wetter.net“.
Am Montagmorgen zeigte das Thermometer in Berlin-Tegel eine Temperatur von Minus 0,6 Grad Celcius. In den vergangenen 20 Jahren war es an einem 18. März an diesem Standort nur sechs Mal kälter. Vor genau einem Jahr waren es in Tegel noch 4,4 Grad Celsius.
Dass es im März immer wieder mal zu plötzlichen Winterrückfällen kommen kann, ist normal. Doch das aktuelle Wetter sei schon ein bisschen ungewöhnlich, sagt Niklas Weise von „Wetterspiegel.de“. „Diese Ausprägung mit den Schneemassen in Nord- und Ostdeutschland kommt alle 20 Jahre vor.“
Der Klimawandel sei aber nicht Schuld an unserem März-Winter. „Einzelne Wetterereignisse lassen sich nicht anhand des Klimawandels erklären. Dazu muss man das Wetter über einen längeren Zeitraum beobachten“, sagt Weise.
Die Wettermodelle der letzten Jahre zeigen: Auch im März kann es immer wieder zu Mengen an Schnee und hartem Frost kommen. Schuld ist also weder der Klimawandel, noch ein launischer Petrus, sondern der Zufall.
Wann kommt denn jetzt der Frühling?
Auch in den kommenden Tagen bleibt es vorerst winterlich in Deutschland. Treffen wird es vor allem den Norden und Osten der Republik. In Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen könnten bis Mittwoch noch einmal zehn bis 20 Zentimeter Schnee fallen, sagt Dominik Jung. Die Temperaturen liegen dann um den Gefrierpunkt.
Im Süden Deutschlands ist es mit Temperaturen zwischen fünf und neun Grad wesentlich milder. Auch am Donnerstag und Freitag bleibe das Temperaturgefälle zwischen Nordosten und Südwesten erhalten, erklärt Niklas Weise.
Doch der echte Frühling lässt weiterhin auf sich warten. „Ein ernstzunehmendes Hoch liegt derzeit über Südspanien und Nordafrika. Aber der Trend sieht so aus, dass sich der Spätwinter noch einige Tage halten wird“, sagt Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst.
„Ein richtiger Frühlingsanfang mit dauerhaften Temperaturen über zehn oder 15 Grad Celsius ist laut der Wettermodelle noch nicht in Sicht."
Frühling 2013 – wir warten weiter sehnlichst auf dich!