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Autor Tópico: So wütend sind die Zyprer  (Lida 307 vezes)

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Offline RoterTeufel

So wütend sind die Zyprer
« em: 18/03/2013, 19:14 »
 
Zwangsabgabe für Sparer
So wütend sind die Zyprer


Ausnahme für Kleinanleger? Regierung will Guthaben bis 20 000 Euro von Abgabe befreien


Ganz Europa schaut auf Zypern – BILD ist vor Ort!

Montagabend in Nicosia, es sind nur sechs Grad draußen, ungewöhnlich kalt für die Insel, die näher am Libanon liegt als an Athen.

Auf der Strasse vor dem Präsidentenpalast haben sich ein paar hundert Menschen versammelt, eigentlich wollten sie vor dem Parlament demonstrieren. Aber die Abstimmung darüber, dass die Sparer auf Zypern bluten sollen, das Geld direkt von ihrem Konto abgebucht wird, ist zum zweiten Mal verschoben worden. Die zypriotischen Politiker haben Angst vor der Reaktion der Menschen und der Märkte.

Vor einem Bankautomaten der „Cyprus Bank“ treffen wir Costas Angelos (35, Verkäufer). Er erzählt uns: „Ich war geschockt, als ich am Wochenende davon gehört habe, dass unsere Konten gesperrt sind. Ich habe jahrelang gespart, 15 000 Euro gesammelt. Jetzt wollen die hier einfach an mein Geld.“ Seit Sonnabend versucht er jeden Tag, Geld abzuheben. Aber mehr als 400 Euro bekommt er nicht. „Wir wurden belogen.“

Wut, Nervosität, banges Warten – so geht es den meisten Zyprioten seit Samstag. Liana Seramitis demonstriert vor dem Parlament, brüllt: „Ihr habt unser Geld verschleudert.“ Sie ist sauer auf die Politiker in Nikosia, auf Brüssel, auf Deutschland.

Es ist eine Wut, die aus Euro-Krisenländern bekannt ist. Aber in Zypern kommt noch etwas anderes hinzu: Die Bürger fühlen sich wie enteignet. Seit Samstag können sie nicht mehr auf ihre Konten zugreifen. Nikos Papastopoulos sagt zu uns: „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Europa möglich ist, dass man einfach die Konten sperrt. Es ist ja richtig, dass die Oligarchen zahlen sollen, aber hier sind doch jetzt die einfachen Sparer betroffen.“

Der Mann, der den größten Druck aushalten muss, heißt Nikos Anastasiades, er ist erst seit wenigen Wochen Präsident. Anastasiades hatte BILD nach der Wahl das erste Interview gegeben. Damals war er optimistisch, verteidigte sein Land gegen die massive Kritik. In Brüssel ist er am Wochenende gescheitert.

Wie BILD aus seinem engsten Umfeld erfuhr, ist Anastasiades wütend und enttäuscht insbesondere von der deutschen Politik. „Sie haben ihn damit politisch schwer geschädigt“, sagt einer seiner engsten Berater.

Im Wahlkampf hatte Anastasiades den Wählern versprochen, dass bei Einschnitten keine Guthaben unter 100 000 Euro betroffen sein werden. Beim EU-Gipfel musste er seine Position räumen.

Ausnahme für Kleinsparer?

Die Regierung in Nikosia versucht zumindest Kleinanleger zu schonen: Guthaben bis zu 20 000 Euro sollen nun doch von der geplanten Zwangsabgabe ausgenommen werden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Montagabend unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums.

Bis zu 100 000 Euro sollen wie gehabt 6,75 Prozent abgezogen werden. Für Beiträge über 100 000 Euro sollen 9,9 Prozent an den Staat gehen. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht.
 

 



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