Benzin-Aufreger Verkehrsclub: Spritpreise noch viel zu niedrig
Die durchschnittlichen Benzin-Preise heute Vormittag in Deutschland:
• Super: 1,71 Euro
• Super-Plus 1,77 Euro
• E10 1,68 Euro
• Diesel 1,51 Euro
Noch viel zu billig! Das zumindest meint der umweltorientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD).
„Für die Autoindustrie und die Gutverdiener sind die Spritpreise eigentlich noch zu niedrig”, sagte der Bundesvorsitzende Michael Ziesak dem „Tagesspiegel“.
„Sonst würden nicht so viele spritschluckenden Luxusautos gebaut und gekauft.”
Harter Tobak für Millionen Autofahrer!
Ziesak sprach sich für eine Abschaffung der Pendlerpauschale aus und forderte, Arbeitgeber sollten Pendlern so viel zahlen, dass diese sich den Weg zur Arbeit leisten könnten.
Der VCD-Chef forderte die EU zudem auf, die Hersteller zum Bau sparsamerer Autos zu zwingen.
AUTOFAHRER HABEN EIGENE LÖSUNG
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Angesichts der Rekordpreise bei Diesel und Benzin fordert ein Großteil der Bundesbürger eine Senkung der Mineralölsteuer.
In einer Umfrage für den „Stern“ plädierten 70 Prozent der Befragten für diese Maßnahme. Die Zustimmung geht quer durch die Wählerschaft fast aller Parteien – und zwar mit deutlicher Mehrheit. Einzig die Anhänger der Grünen lehnen dies mehrheitlich ab.
44 Prozent der Deutschen sehen in der Mineralölsteuer auch einen Hauptgrund für den Preisschub an den Zapfsäulen.
Die meisten (72 Prozent) weisen die Schuld jedoch den Ölkonzernen zu. 23 Prozent sagen, die internationale Wirtschaftslage sei verantwortlich. Nur sieben Prozent meinen, die Tankstellenpächter würden an der Preisschraube drehen.
KARTELLAMT SKEPTISCH
Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt sieht nach eigenen Angaben keine politische Patentlösung für günstigere Benzinpreise.
„Es gibt weltweit kein Modell, dass Eins zu Eins auf Deutschland übertragbar ist”, sagte Mundt im ZDF-„Morgenmagazin”. Er bezweifle auch, dass ein Modell nach österreichischem Vorbild zu Verbesserungen führen würde. Dort dürfen Tankstellen per Gesetz nur einmal am Tag ihre Preise erhöhen, sie aber beliebig oft senken.
Die Mineralölkonzerne bedienten sich eines ausgeklügelten Systems des „Abguckens und Nachmachens” bei der Festlegung der Benzinpreise, sagte Mundt.
Die großen Konzerne beobachteten sich genau und zögen bei Preisänderungen der Konkurrenz binnen weniger Stunden nach. Kartellrechtlich sei dies aber nicht zu ahnden.