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Autor Tópico: Schnäppchenjäger stürmen Schlecker-Filialen  (Lida 372 vezes)

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Offline RoterTeufel

 
Ausverkauf hat begonnen
Schnäppchenjäger stürmen Schlecker-Filialen


Heute Entscheidung über Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL +++

Der große Ausverkauf bei Schlecker hat am Freitagmorgen begonnen.

Rabatte von 30 Prozent und mehr auf das gesamte Sortiment – das lockt Schnäppchenjäger. Auf die noch geöffneten 2800 Filialen startete ein Run, von dem die insolvente Drogerie-Kette vorher nur träumen konnte.

Auf ausgewählte Produkte wie Saisonware, Dekorationsartikel und Badezimmerbedarf (Kulturtaschen, Rasierer) werden sogar 50 Prozent Nachlass gegeben. Tütenweise trugen die Kunden Duschgel, Shampoo, Zahnpasta aus den Läden.

In den nächsten Tagen sollen dem Plan zufolge die Preise weiter reduziert werden, je nach Fortschritt des Schlussverkaufs.

Ein Datum für das endgültiges Ende der Schlecker-Läden gibt es noch nicht; zuletzt war von Ende Juni die Rede gewesen. Die Abwicklung des Konzerns – der Ausverkauf der restlichen Ware sowie etwa der Verkauf von Immobilien und Auslandsgesellschaften – könnte laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zwischen 500 und 700 Millionen Euro bringen. Dem stehen bislang Forderungen in Höhe von 665 Millionen Euro entgegen.

UMSCHULUNG ZU KINDERGÄRTNERINNEN

Am Monatsende erhalten 13 200 Schlecker-Mitarbeiter ihre Kündigung. Diejenigen, die in strukturschwachen Gebieten leben und keinen Job im Einzelhandel vermittelt bekommen, sollen künftig als Erzieherinnen und Altenpflegerinnen eingesetzt werden.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise wollen so Fachkräftelücken in diesen Branchen füllen. Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in die Mangelberufe anbieten, hatten von der Leyen und Weise zuvor angekündigt.

Von den 11 190 in der ersten Welle im Frühjahr Entlassenen seien bislang rund 5000 in Arbeit oder Fördermaßnahmen vermittelt worden. Weniger als 2500 haben einen vollwertigen Job angetreten.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte die Initiative für eine Umschulung von Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Kita-Erzieherinnen.

„Es geht hier nicht darum, jemanden in eine Umschulung zu pressen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass unter diesen lebenserfahrenen Frauen viele mit Freude und Engagement diese neue berufliche Chance ergreifen wollen”, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung”.

Bei der Suche nach qualifizierten Erzieherinnen müsse die Bundesregierung möglichst „breit aufgestellt sein”, sagte Schröder. Sie könne sich vorstellen, dass auch andere Ministerien noch auf bislang unbekannte oder zu wenig beachtete Möglichkeiten stießen, um den Kita-Ausbau voranzubringen. Die Ministerin versicherte, bei möglichen Umschulungen werde streng auf Qualität geachtet, weil es sich um einen „sehr sensiblen Bereich” handele.

Zugleich gebe es im Einzelhandel bei 25 000 offenen Stellen derzeit aber rund 360 000 Arbeitssuchende, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Viele Schlecker-Frauen seien nach der ersten Kündigungswelle lediglich in unbezahlte Praktika oder Urlaubsvertretungen vermittelt worden.

RETTUNG DER SCHLECKER-TÖCHTER

Die Märkte von IhrPlatz und Schlecker XL haben – anders als das Mutterunternehmen Schlecker – eine Zukunftschance. Dort arbeiten noch rund 5000 Mitarbeiter. Ihre Rettung könnte am heutigen Freitag unter Dach und Fach gebracht werden.

Im Laufe des Tages wollen sich der Münchner Investor Dubag und der Hauptgläubiger Euler Hermes zu Gesprächen über einen Einstieg von Dubag treffen, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. Dubag will die 490 IhrPlatz-Filialen übernehmen und die 342 Schlecker XL-Märkte dort eingliedern. Dafür hatten die Schlecker-Gläubiger in Gesprächen am Dienstag und Mittwoch bereits grundsätzlich die Weichen gestellt.
 

 



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