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..:: Deficiente-Forum - Internacional ::.. => Deutsch => Noticias Internacionais => Nachrichten => Tópico iniciado por: RoterTeufel em 20/11/2012, 15:07

Título: Gaza-Krieg Kann Westerwelle das Schlimmste verhindern?
Enviado por: RoterTeufel em 20/11/2012, 15:07
Gaza-Krieg
Kann Westerwelle das Schlimmste verhindern?


BILD.de begleitet den Außenminister auf seiner heikelsten Mission

Dienstag, 9 Uhr – Jerusalem: Ernste Stimmung, als Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Dienstag morgen Israels Präsidenten trifft. Die Gaza-Krise, Tote auf beiden Seiten, wenig Zeit für Höflichkeiten.

Schimon Peres kommt sofort zur Sache: „Guten Morgen, schön dass Sie da sind, Herr Minister. Wir müssen diesen unerträglichen Attacken ein Ende setzen!"

Klartext statt Protokoll!

Peres: „Man kann nicht verstehen, was die Leute, die Gaza regieren, damit erreichen wollen, unschuldige Leben auszulöschen. Wir haben uns aus Gaza zurückgezogen, haben sogar Siedlungen geräumt, aber wir wehren uns gegen den Waffenschmuggel aus dem Iran. Mehr als 1500 Raketen sind in den letzten Tagen auf Israel niedergegangen. Wir wollen Gespräche über eine Waffenruhe, aber ohne Vorbedingungen."

Strahlender Sonnenschein, 25 Grad, scheinbar unbeeindrucktes Alltagsleben in den Straßen von Jerusalem.

„Das Wetter ist das Gegenteil der Lage", sagt Guido Westerwelle später im kleinen Kreis zu Peres. Locker und doch angespannt. Offiziell sagt er: „Ich bin erfreut, Sie zu sehen, Herr Präsident, auch wenn es traurige Umstände sind, unter denen wir uns begegnen. Wir stehen an der Seite unserer Freunde in Israel. Israel hat das Recht den Raketen-Terror der Hamas zu stoppen."

Dies ist kein klassischer Freundschaftsbesuch, sondern ein diplomatischer Wettlauf mit der Zeit.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius war am Wochenende hier, UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist in der Region, Westerwelle trifft die Spitzen von Israel und den Palästinenser im Stundentakt.

In Ägyptens Hauptstadt Kairo laufen die Gespräche mit geheimen Unterhändlern bis tief in die Nacht:

Israel hat Truppen rund um den Gaza-Streifen zusammengezogen. Wartestellung. Kommt der Befehl zur Boden-Offensive. Eine neue Eskalation, die den Nahen Osten in Brand setzen könnte. „Cease-Fire"-Feuerpause lautet das Zauberwort, um das in all den Gesprächen verhandelt wird.

Noam (21) ist einer der Soldaten, die in Südisrael an der Grenze zu Gaza in Bereitschaft stehen.

BILD.de trifft seine Mutter in Jerusalem. „In einer Woche wäre sein Wehrdienst zu Ende gewesen", sagt sie, ringt um Fassung. Angst steigt hoch. Jetzt ist sein Dienst auf unbestimmte Zeit verlängert. Wo genau er stationiert ist, weiß nicht mal die Mutter. Geheimhaltung. Auch ihren Namen darf und will sie nicht sagen. Höchste Sicherheitsstufe, die Späher der Hamas sind überall.

Auch Westerwelle will verhindern, dass neuer Aufruhr in der arabischen Welt entfacht wird. „Es gibt eine Bedingung: Die Raketenangriffe der Hamas aus Gaza müssen aufhören."

Ernst, nachdenklich, jeden Satz klar kalkuliert. Wenn Guido Westerwelle in diesen Tagen spricht, fehlt jede Leichtigkeit. Mission Pulverfass – jedes falsche Wort kann der Funke sein. Keine Spur mehr vom Grinse-Guido-Generalsekretär der 90er Jahre als die FDP noch Spaßwahlkampf machte.

Weiterfahrt, 10 Uhr, Amt des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu....

LUFT-ALARM!

Wenig später erlebt Westerwelle in Jerusalem den Gaza-Konflikt ganz unmittelbar.

Irgendwann, in der Mittagszeit, heulen in Jerusalem am Dienstag tatsächlich die Sirenen - Luftalarm.

Wegen einer Rakete, aus dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Nichts passiert. Die Rakete landet außerhalb der Stadt, ohne dass sie großen Schaden anrichtet.

Aber so bekommt Außenminister Guido Westerwelle doch noch einen einigermaßen direkten Eindruck davon, was der Gaza-Konflikt für die Menschen in Israel bedeutet.

Als der Alarm losgeht, hält sich der deutsche Minister zu einer Besprechung im „King David” auf, einem berühmten Fünf-Sterne-Hotel.

Westerwelle verzichtet darauf, beim Luftalarm in den Keller zu gehen.

Der Minister wird lediglich von Sicherheitsbeamten aus seinem Zimmer in ein fensterloses Treppenhaus gebracht.

Übrigens: Noch vor dem ersten Gespräch wurden in der deutschen Delegation „Verhaltensregeln für den Verteidigungsfall” verteilt: beim ersten Ton einer Sirene möglichst in den Bunker oder einen Raum ohne Außenwände, ansonsten flach auf den Boden legen und den Kopf mit den Händen schützen.