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Autor Tópico: Hauchdünner Luxus aus purem Gold  (Lida 239 vezes)

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Offline RoterTeufel

Hauchdünner Luxus aus purem Gold
« em: 03/02/2013, 15:59 »
 
Hauchdünner Luxus aus purem Gold

Frickenhausen - Vermutlich hat sich der ­nigerianische Auftraggeber nie die Mühe ­gemacht, auf der Karte nachzusehen, wo Linsenhofen liegt, ein Teilort der Gemeinde Frickenhausen am Albtrauf im Kreis Esslingen. Dort jedenfalls hat Claudia Bachofer, Vergolderin von Beruf, 3000 Meter Stuckleisten für den Mann hauchdünn mit Gold überzogen. Heute schmücken sie die Decke seines Palasts in einer Großstadt auf dem Schwarzen Kontinent.

Mit steinreichen Auftraggebern hat die 51-Jährige immer wieder zu tun, wenn meist auch indirekt über Partnerfirmen. Denn Gold und die anderen Edelmetalle, mit denen sie arbeitet, sind in größerer Menge nur für Gutbetuchte erschwinglich. Yachtbesitzer etwa lassen sich Wände und Decken ihrer schwimmenden Suiten von Claudia Bachofer veredeln. Die Kosten liegen – pro Quadratmeter – zwischen 750 und 2000 Euro. Aber auch in Schlössern und Barockkirchen ist Bachofers Vergoldekunst gefragt.

Das Hundertwasserhaus in Plochingen trägt ebenfalls die Handschrift der Handwerksmeisterin. Sie hat 1993 die Kugeln auf dem Dach vergoldet. 20 Jahre später strahlen sie noch immer wie neu – darauf ist Bachofer stolz. 50 bis 60 Jahre lang halten soll auch der Goldauftrag, den sie zurzeit einem 3,50 auf 2,50 Meter großen und 150 Kilo schweren Adler verpasst. Der Auftrag stammt von einer Brauerei aus Pforzheim, demnächst wird der Vogel dort wieder in­stalliert. In ihrer Werkstatt hat die Vergolderin den Vogel zunächst von alten Goldresten und Grünspan befreit, dann mit Kunstharz überzogen. Die Grundierung muss schnell gehen, sonst reagiert das Metall sofort wieder mit Sauerstoff. Dann kommt gelb gefärbter Glanzlack auf die Grundierung, denn die Goldblättchen sind durchsichtig. Dann noch eine dünne Schicht Kleber auf Leinölbasis.

Im Außenbereich nur die Edelmetalle Gold, Platin und Palladium

Gerade einen achttausendstel Millimeter ist die Goldauflage dick. Das muss genügen, schließlich kostet so ein Blättchen acht auf acht Zentimeter groß um die 120 Euro. Das Material hat 23,75 Karat – 24 Karat entspricht purem Gold. Im Außenbereich kann Bachofer nur die Edelmetalle Gold, Platin und Palladium verwenden oder Legierungen daraus, also Mischungen. Eine Legierung aus Gold und Platin wird als Mondgold bezeichnet. Innen kommen auch Silber, Aluminium, Messing und Kupfer zum Einsatz. Oder auch da Legierungen: Gold und Kupfer geben Rotgold, Gold und Silber Weißgold oder Grüngold.

Claudia Bachofer bezieht ihre Metallblättchen lose in einem Heft oder als sogenanntes Sturmgold auf Seidenpapier: „Ab und an arbeitet man dort, wo es zugig ist, daher der Name Sturmgold“, erklärt sie.

Gern spielt Claudia Bachofer mit den Techniken: „Es ist eine Passion, gestalterisch mit Blattmetall umzugehen.“ So scheint, wenn vom Kunden gewünscht, durch das Metall noch der farbige Untergrund oder das Rohmaterial, wie etwa grobes Holz. Die älteste Vergoldetechnik, die schon die alten Ägypter nutzten, gibt Gegenständen den Charakter von Massivgold: Sarkophage oder Totenmasken wie bei Tutanch­amun wurden so bearbeitet. Grundlage sind Kreide und tierischer Hautleim, die mehrschichtig auf Holz oder einem anderen saugenden Material aufgetragen werden.

Hochglanz war gewollt

Danach wird geschliffen, nass und trocken, Tonerde, Wasser und Alkohol werden aufgetragen – mehr als zwölf Arbeitsgänge insgesamt. „Ziel dieser Polimentvergoldung ist die Polierfähigkeit“, sagt Bachofer: Denn Hochglanz war gewollt, im alten Ägypten wie auch im Barock. In ihrem Atelier steht eine wandhohe Plastik des Bildhauers Winfried Tränkner, bei der sie diese Technik angewandt hat, um die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft plastisch darzustellen.

Neben solchen Großobjekten liebt Claudia Bachofer die feinen kleinen Glanzstücke für Privatleute. Sie fertigt Bilder- und Spiegelrahmen so, dass sie perfekt zum Gerahmten passen. Hässlich gewordenen Stühlen und Kommoden gibt sie ein ganz neues Gesicht. Sie fertig Friese für Bäder und Schatzkästchen aus Gold. In diesen Dimensionen wird Claudia Bachofers Goldkunst erschwinglich: Den edlen Überzug für einen Bilderrahmen gibt es für unter 100 Euro.
 

 



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