+++ Wirtschaftsticker +++
Italiener sollen auf Urlaub verzichten
Dax steigt +++ Microsoft bringt eigenen Tablet-Computer auf den Markt +++ Wieder Streiks an Flughäfen
TOPMELDUNG – Italiener sollen auf Urlaub verzichten: Jeder Arbeitnehmer soll zur Bekämpfung der Krise eine Woche länger arbeiten, so der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Gianfranco Polillo. Auf dem Papier beträgt der Urlaubsanspruch in Italien im Schnitt 28 Tage (Deutschland: 30). De facto arbeiteten die Italiener nur neun Monate im Jahr, behauptet Polillo, „wir leben über unseren Möglichkeiten“. Heftiger Aufschrei bei den Gewerkschaften: „Wir wissen nicht, auf welche Berufsgruppe sich dieser Politiker mit den angeblich neun Monaten bezieht, aber wir haben einen gewissen Verdacht...“
Schleckers Auslands-Töchter vor der Pleite: Nach dem Aus von Schlecker in Deutschland geraten auch die Tochtergesellschaften der Drogerie-Kette im Ausland zunehmend in Existenznot. Da Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bislang keinen Käufer für die rund 900 Filialen in Österreich gefunden habe, drohe auch dort die Pleite, berichtete das „Manager Magazin” unter Berufung auf mit dem Verfahren vertrauten Personen. Zwar gebe es noch einen verbliebenen Interessenten. Dieser Finanzinvestor aber wolle nur einen Teil der Filialen übernehmen.
Eurokurs leicht gestiegen: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2619 (Montag: 1,2618) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7925 (0,7925) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80520 (0,80600) britische Pfund, 99,57 (99,75) japanische Yen und 1,2009 (1,2010) Schweizer Franken fest.
Verspätungen an Flughäfen wegen Warnstreik: An fünf deutschen Flughäfen müssen Reisende an diesem Dienstag noch bis zum Mittag mit zum Teil erheblichen Verspätungen rechnen. Etwa 400 private Sicherheitskräfte an den Airports in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Bremen und Hannover beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an einem zweistündigen Warnstreik in den frühen Morgenstunden. „Die Streikbeteiligung ist sehr gut”, sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander. Durch den Streik bei den Kontrollen der Flugpassagiere verschieben sich seinen Worten zufolge die Abflugzeiten um mehrere Stunden. „Wir wollen damit ein Signal setzen, dass wir durchsetzungsfähig sind”, sagte er.
Dax steigt: Getrieben von der Hoffnung auf Konjunkturmaßnahmen hat der deutsche Aktienmarkt nach einer Berg- und Talfahrt seine Gewinne bis zum Mittag ausgebaut. Nach einem positiven Start und einem kurzen Abstecher in die Verlustzone stieg der Leitindex Dax zuletzt um 0,52 Prozent auf 6281 Punkte. Für den MDax ging es um 0,81 Prozent auf 10 171 Punkte hoch. Der TecDax gewann 0,43 Prozent auf 734 Punkte.
Börsianer bangen um Aufschwung: Die Schuldenkrise in der EU verschlechert nach Ansicht von Finanzmarktexperten nun auch die Konjunkturerwartungen für Deutschland deutlich. Der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im Juni so stark wie seit Oktober 1998 nicht mehr, wie das ZEW mitteilte. Die Konjunkturerwartungen sanken demnach um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Punkte.
ADAC rechnet mit höheren Spritpreisen: Der ADAC rechnet in den kommenden Wochen wieder mit steigenden Preisen an den Tankstellen. „Ich gehe davon aus, dass zu Beginn der Sommerferien die Spritpreise wieder nach oben gehen”, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. Die Erfahrung zeige, dass die höhere Nachfrage genutzt werde. „So ist die Welt des Wettbewerbs.” Staatliche Eingriffe - wie die Beschränkung von Preisschritten pro Tag - lehnt der ADAC weiter ab. Solche Modelle verteuerten den Sprit eher noch. Daneben nutzten die Bürger ihren Einfluss auf den Wettbewerb zu wenig, wie eine Umfrage ergeben habe. „Rund 40 Prozent der Befragten vergleichen grundsätzlich keine Preise und fahren immer zu ein und derselben Tankstelle”, sagte Meyer.
Oetker knackt 10 Milliarden-Marke: Die Oetker-Gruppe hat erstmals in der 120-jährigen Unternehmensgeschichte die Umsatzmarke von 10 Milliarden Euro übersprungen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,9 Prozent. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 sei zufriedenstellend, sagte Konzernchef Richard Oetker bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Größte Sparte war erneut die Schifffahrt, mit der das Familienunternehmen fast jeden zweiten Euro des Umsatzes erzielte. Nahrungsmittel trugen knapp ein Viertel bei. Weitere Geschäftsbereiche sind Bier, Sekt und Spirituosen sowie Chemie und Hotels. Eine Prognose für das laufende Jahr machte Oetker nicht.
Frankreich will ans Geld der Aktionäre: In Frankreich soll ab dem Sommer eine Steuer auf Dividenden für Aktionäre eingeführt werden. Das Wirtschaftsblatt „Les Echos” berichtete, diese neue Steuer in Höhe von drei Prozent auf die Dividenden solle 800 Millionen Euro jährlich einbringen und habe das Ziel, die Unternehmen dazu zu bringen, ihre Gewinne lieber zu investieren statt Dividenden auszuschütten. Die Sozialisten, die in Frankreich die Präsidentschafts- und die Parlamentswahl gewannen, hatten die Stärkung von Investitionen zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht.
Deutschland viertgrößter Weinproduzent: Die deutschen Winzer produzieren nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums durchschnittlich 950 Millionen Liter Wein pro Jahr. Wie das Ministerium mitteilte, werden auf rund 100.000 Hektar Rebfläche sechs Prozent der gesamten Weinproduktion in der Europäischen Union erzeugt. Damit sei Deutschland hinter Frankreich, Italien und Spanien der viertgrößte Weinproduzent der EU.
Microsoft greift Apple mit eigenem Tablet-Computer an: Der weltgrößte Software-Konzern will die Dominanz von Apples iPad brechen und steigt dazu selbst ins boomende Geschäft mit Tablet-Computern ein. Microsoft-Chef Steve Ballmer stellte die schlanken und leichten eigenen Rechner mit dem Namen Surface am Montag in Los Angeles vor. „Der Surface ist ein PC. Der Surface ist ein Tablet. Und der Surface ist etwas ganz neues”, verkündete er.
Es ist ein Wendepunkt für Microsoft: Üblicherweise verkauft der Konzern nur sein Windows-Betriebssystem, die Computer bauen dann PC-Hersteller wie Hewlett-Packard oder Dell.
Mehr Mittel für IWF-Krisenfonds: Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhält zur Abwehr globaler Krisen mehr Milliarden als bisher erwartet. Nach der Zusage weiterer Länder werden die Mittel des IWF um insgesamt 456 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Das teilte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag (Ortszeit) am Rande des G20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos mit.
Insgesamt erhöht sich damit der Schutzwall des IWF zur Krisenabwehr auf mehr als eine Billion US-Dollar. Nach Angaben von Lagarde haben zwölf weitere Mitgliedsländer Zusagen gemacht. Damit erhöhe sich die Zahl der Länder, die frische Mittel beitragen, auf insgesamt 37.
Euro leicht erholt von starken Vortagsverlusten: Der Euro hat sich am Dienstag etwas von seinen starken Verlusten zu Wochenbeginn erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2605 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als am späten Montagabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7933 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagmittag auf 1,2618 (Freitag: 1,2596) Dollar festgesetzt.
Neuer Evonik-Börsen-Anlauf nicht vor Herbst 2013: Der Chemiekonzern Evonik will nach der Absage seines milliardenschweren Börsengangs mindestens ein gutes Jahr auf den nächsten Anlauf warten. „Vor Herbst nächsten Jahres, September, Oktober 2013, ist nicht an einen Börsengang zu denken”, sagte der Chef des Mehrheitseigners RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, der „Financial Times Deutschland”. Voraussetzung sei zudem, dass dann das Vertrauen der Investoren in die Euro-Zone zurückgekehrt sei.
Asiens Börsen wegen Sorgen um Spanien im Minus: An den asiatischen Börsen ist die Erleichterung über den Wahlausgang in Griechenland neuer Besorgnis über die Finanzprobleme in Spanien gewichen. Der japanische Nikkei-Index fiel am Dienstag um 0,4 Prozent auf 8.689,79. Auch in Hongkong, Australien und Südkorea gaben die Leitindizes leicht nach. Grund waren offenbar Sorgen der Anleger, dass es Europa nicht gelingen könnte, die Finanzkrise in den Griff zu bekommen.
Ölpreise geben weiter nach: Die Ölpreise haben am Dienstag ihre deutlichen Verluste vom Wochenauftakt ausgeweitet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 95,87 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juli sank um 33 Cent auf 82,94 Dollar. Am Montag hatten die Ölpreise zeitweise um rund drei Dollar nachgegeben.