Rating-Agentur
Moody's senkt Bonität Für Slowenien wird es eng
Drei Länder sind bereits unter dem Euro-Schutzschirm EFSF, zwei weitere haben Hilfsanträge gestellt, und mit Slowenien könnte bald der nächste Kandidat vor der Tür stehen.
Nachdem die US-Ratingagentur Moody's die Bonität des kleinen Euro-Landes, das 2007 den Währungsraum betrat, gleich um drei Stufen abwertete und die Sicherheit seiner Anleihen nicht mehr weit entfernt vom Ramsch-Status sieht, droht es eng zu werden. „Hilfe von außen könnte notwendig werden”, mahnte Moody's. Es ist wieder mal das Bankensystem eines Euro-Landes, das den Bonitätsbewertern die größten Sorgen bereitet.
Noch hat der EFSF, der Griechenland, Portugal und Irland hilft und das bald auch bei Spanien und Zypern tun muss, Geld in der Kasse. Es sind knapp 240 Milliarden Euro.
Nicht eingerechnet sind darin allerdings die schon zugesagten Hilfen für spanische Banken von bis zu 100 Milliarden Euro und die erwartete Unterstützung für Zypern, die auf maximal zehn Milliarden Euro geschätzt wird.
„Sloweniens Wirtschaft ist erneut in die Rezession abgeglitten und schrumpft 2012 voraussichtlich um gut ein Prozent”, lautet die jüngste Lagebeschreibung von Germany Trade & Invest vom Juli. „Immer mehr Insolvenzen und notleidende Kredite belasten die unterkapitalisierten Banken sowie die Finanzierung der Wirtschaft.” Es gebe eine Kreditklemme, unter der die Wirtschaft leide.
Seit Anfang 2011 befindet sich die slowenische Wirtschaft im Rückwärtsgang, und das dürfte auch 2013 noch andauern, sagt die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) voraus. Immerhin bleibt ein Hoffnungsschimmer: die Exporte Sloweniens nehmen weiter zu, was zumindest auf eines hindeutet: die Wettbewerbsfähigkeit ist nicht das Mega-Problem.
Der IWF hatte in seinem letzten Länderbericht vor allem die Schwäche des Bankensektors herausgestellt. „Die Entwicklung der privaten Banken hat sich verschlechtert.” Grund seien Kredit-Engagements im Baubereich sowie eine angespannte Finanzierungslage. Die Qualität der ausgereichten Kredite werde schlechter, hohe Risikovorsorge belaste die Bankbilanzen.
Daher sei kurzfristig die Stärkung der privaten Banken das vordringlich zu lösende Problem. Die Institute benötigten zusätzliches Kapital, ihre Bilanzen müssten gestärkt werden.