Was ist Rehabilitationssport bzw. Funktionstraining? Rehabilitationssport und Funktionstraining ist für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und auch Menschen, die von Behinderung bedroht sind, gedacht, um ihnen bei der Alltagsbewältigung zu helfen und sie möglichst auf Dauer in die Gesellschaft und das Arbeitsleben zu integrieren. Sie dienen der Krankheitsbewältigung, Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und der Erleichterung der sozialen Integration. Auch sollen sie dem Patienten Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln mit dem Ziel, nach dem Ablauf der Leistung weitere Übungen in Eigenverantwortung durchzuführen. Der Rehabilitationssport wirkt ganzheitlich mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele. Ziel des Rehabilitationssports ist es, Ausdauer und Kraft zu stärken, Koordination und Flexibilität zu Verbessern, das Selbstbewusstsein zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.
Das Funktionstraining im Trockenen oder warmen Wasser nutzt besonders die Mittel der Krankengymnastik und/oder der Ergotherapie, um gezielt auf spezielle körperliche Strukturen (Muskeln, Gelenke usw.) einzuwirken. Ziel des Funktionstrainings ist der Erhalt und die Verbesserung von Funktionen sowie das hinauszögern von Funktionsverlusten einzelner Organsysteme/Körperteile, die Schmerzlinderung, die Bewegungsverbesserung und Hilfe zur Selbsthilfe. Die Dauer der Maßnahmen liegt zwischen 12 und 36 Monaten in Abhängigkeit von der jeweiligen Indikation. Die Verordnung für Rehabilitationssport und Funktionstraining muss durch einen Arzt ausgestellt werden. Indikationen für Rehabilitationssport und Funktionstraining - Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke (Bandscheibenleiden, Arthrose usw.)
- Osteoporose (Prävention, Sturzprophylaxe)
- Nach künstlichen Gelenken (z.B. Knie- oder Hüfteprothese) oder Operationen
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Herz- und Lungenerkrankungen
Wer bietet Rehabilitationssport und Funktionstraining an? Die Durchführung wird in Gruppen, mit dafür speziell ausgebildeten Übungsleitern sichergestellt. In der Regel wird Rehabilitationssport und Funktionstraining von gemeinnützigen Vereinen (örtlicher Turnverein, Rheumaliga usw.) abgebildet, in einigen Bundesländern gibt es aber auch einzelne Angebote von gewerblichen Anbietern. Die Anerkennung der Gruppen bzw. Vereine erfolgt durch die jeweiligen landesspezifischen Behindertensportverbände. Die Kostenträger für Rehabilitationssport und Funktionstraining können die Rentenversicherung, die Krankenkasse oder die Unfallversicherung sein. Seit Inkrafttreten des SGB IX zum 1. Januar 2001 besteht ein Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für den Rehabilitationssport. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Kostenübernahme eine Ermessensleistung. Basis ist die Rahmenvereinbarung in der Neufassung vom 1. Oktober 2007, zwischen Krankenkassen, Unfallversicherung, Rentenversicherungen, Kriegsopferversorgung und der Bundesselbsthilfeverbandes für Osteoporose, des Deutschen Behindertensportverbandes, der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz und Kreislauferkrankungen und der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband. Literaturangaben- Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren (Springer-Lehrbuch) (German Edition). (2006) (1 ed). Springer.
- Domenica, F. D., Sarzi-Puttini, P., Cazzola, M., Atzeni, F., Cappadonia, C., Caserta, A. et al. (2005). Physical and rehabilitative approaches in osteoarthritis.. Seminars in arthritis and rheumatism, 34(6 Suppl 2), 62-69.
- Friedrichsen, M., Heimann, D. & Lawall, J. (2009). Leitfaden manuelle Medizin. Elsevier, Urban & Fischer.
- Gschwend, G. Die neurophysiologischen Grundlagen der Rehabilitation.
- Moritz, U. (1982). Physical therapy and rehabilitation.. Scandinavian journal of rheumatology. Supplement, 43, 49-55.
- Steadman, J. R., Forster, R. S. & Silferskiöld, J. P. (1989). Rehabilitation of the knee.. Clinics in sports medicine, 8(3), 605-627.
|