Schock-Bilder aus Syrien
Zahlreiche Kinder schwer verletzt
Bei einem Luftangriff auf das syrische Ost-Ghouta starben am 3. Januar nach Schätzungen syrischer Aktivisten mehr als 25 Menschen. Unzählige weitere, darunter Kleinkinder, wurden verletzt.
Die Aktivisten gehen davon aus, dass die Angriffe von der russischen Luftwaffe durchgeführt wurden. Möglich sei aber auch, dass die Truppen des syrischen Machthabers Assad hinter dem Angriff stecken.
Die Region, die nur wenige Kilometer östlich von Damaskus liegt, wird seit 2011 von Assads Truppen belagert.
Seit Oktober vorigen Jahres hat die russische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ghouta verstärkt. Sie wird von verschiedenen, teils islamistischen Rebellengruppen gehalten.
Nach Schätzungen des Syrischen Netzwerks für Menschenrechte kamen in der Region allein im Dezember 569 Menschen bei Bombardierungen durch Assads Luftwaffe ums Leben.
In Ost-Ghouta leben auf einer Fläche von rund 40 Quadratkilometern circa 400 000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen. 100 000 davon sind Kinder.
Die medizinische Versorgung in Ghouta ist knapp. Nahrungsmittel sind Luxus, die Bevölkerung hungert. Verletzte können nur notdürftig versorgt werden.
Der Hunger gehört neben den Bomben zur Strategie des syrischen Diktators, die Bevölkerung zum Aufgeben zu bringen.
Vor allem Kleinkinder müssen unter der Hungerblockade leiden. Denn selbst wenn einmal ein Hilfskonvoi mit Lebensmitteln in das Gebiet gelassen wird, beschlagnahmen Assads Soldaten vorher sämtliche Babynahrung.
Besonders perfide: Nach mehrmonatiger Blockade ließ das Regime im November 2017 einen Hilfskonvoi der Vereinten Nationen in das Gebiet. Er hatte Nahrung und Medizin für etwa 40 000 der bis zu 400 000 Eingeschlossenen geladen. Wenige Tage später warfen Assads Flieger Bomben auf das Nahrungslager des „Welternährungsprogramms“ ab.
Firas Abdullah, ein syrischer Journalist, der in Ost-Ghouta lebt, sagte zu BILD: „Wir sind mehr als 350 000 Gefangene auf 40 Quadratkilometern. Die Bomben Assads, Russlands und die iranischen Milizen töten uns jeden Tag.“
Für internationales Aufsehen sorgte zuletzt das Baby Karim. Bei einem Angriff mit Granaten verlor es im Dezember nicht nur das linke Auge, sondern auch seine Mutter. Daraufhin rief BILD eine Solidaritätskampagne ins Leben.
Ost-Ghouta ist zusammen mit der Provinz Idlib eine der letzten Regionen in Syrien, die noch von Rebellen gehalten werden. Zuletzt durften mehrere Dutzend Schwerverletzte Ost-Ghouta dank einem Abkommen zwischen Rebellen und Regierung verlassen.
Bild Zeitung