8-Stunden-Krimi in Memmingen
Amok-Schüler (14) rastete wegen Liebeskummer aus
Seine Freundin hatte sich gerade von ihm getrennt
Memmingen – Sie hatten Streit. Seine Freundin Claudia* trennte sich von ihm. Er konnte es nicht verstehen. Deshalb rastete Paul* (14) aus.
Am Dienstagmittag stürmte der Hauptschüler die Lindenschule, schoss um sich, floh und versteckte sich. Erst nach acht Stunden konnte die Polizei den Jugendlichen überwältigen.
Paul* befindet sich jetzt in einem geschlossenen Bereich einer jugendpsychiatrischen Einrichtung. Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt.
AMOK-ALARM WEGEN LIEBESKUMMER
„Er hatte mit seiner dreizehnjährigen Freundin Streit und die Beziehung wurde beendet“, bestätigte ein Polizeisprecher. Das Paar hatte sich etwa einen Tag vor dem Amok-Alarm getrennt.
Am Dienstag gegen 12 Uhr beobachteten drei Schüler, wie Paul* in der Schulmensa mit drei scharfen Waffen hantierte. Der Achtklässler schien jemanden zu suchen - seine Freundin Claudia*.
Als die Jugendlichen ihn ansprachen, rastete er aus, ballerte auf den Boden. Seine Mitschüler liefen in Panik weg, alarmierten den Rektor.
Später feuerte der Amok-Schüler an einem Sportplatz in Richtung der Beamten, traf dabei auch mehrere Polizeiautos! Verzweifelt hielt er sich immer wieder eine Waffe an den Kopf. Am Abend gab er auf. Er konnte nicht mehr.
Der Achtklässler hatte bei der Tat drei Pistolen, darunter zwei erlaubnispflichtige und eine Schreckschusspistole bei sich.
Unfassbar: Der Amok-Schüler feuerte mit Papas Waffen um sich.
„Die Waffen sind aus dem Besitz des Vaters. Sie waren gesichert, aber der Bursche hat offenbar die Sicherung überwunden“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner.
Der 53-jährige Sportschütze hatte sie ordnungsgemäß in einem Tresorraum aufbewahrt. Es gibt bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass der Vater seine Waffen unsachgemäß aufbewahrt hat, sagte Kreuzpointner.
Der Junge hatte ersten Ermittlungen zufolge die elektronische Sicherung geknackt und sich dadurch Zugang zu den Waffen verschafft.
Der Achtklässler war mit zwei scharfen Waffen und einer Schreckschusspistole in seine Schule gegangen.
Das Bayerische Rote Kreuz richtete eine Hotline unter 0821-9060777 ein. Schulpsychologen und Pädagogen stehen hier für Fragen zur Verfügung