Oberarzt missbraucht fünf Patientinnen
Konstanz – Die Patientinnen vertrauten ihm. Aber nach einer Viertelstunde kam ihnen die Untersuchung merkwürdig vor ...
►Oberarzt Dr. med. Markus B. (39) hat vor dem Landgericht Konstanz gestanden, sich an fünf Frauen vergangen zu haben. Laut Anklage befummelte er die Patientinnen während Ultraschall-Untersuchungen ausgiebig im Intimbereich und an den Brüsten.
Patientin Anna (21, Name geändert) zu BILD: „Er sollte mich wegen einer Thrombose behandeln. Da fiel mir auf, dass er seine Finger ständig zwischen meinen Beinen hatte. Ich war total perplex, konnte mich nicht wehren. Noch in der Nacht ging ich zur Polizei.“
Der Anklage zufolge ging der Neurologe bei allen Frauen nach dem selbem Muster vor. Er schob bei Sonographien den Slip zur Seite, berührte mehrfach den Intimbereich und drang teilweise auch in seine Patientinnen ein. Stets forderte er die Frauen auf, ihren BH auszuziehen. Dann betatschte er ihre Brüste, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ohne jede medizinische Notwendigkeit.
In der ersten Instanz hatte der Arzt noch alle Vorwürfe bestritten. Das Gericht glaubte aber den Patientinnen, verurteilte ihn zu 14 Monaten Haft auf Bewährung.
Danach meldeten sich zwei weitere Frauen bei der Polizei und schilderten ähnliche Übergriffe. Daraufhin klagte Staatsanwältin Meike Feiri (33) den Arzt ein zweites Mal an.
Nachdem das Regierungspräsidium auf den Mediziner aufmerksam geworden war, gab er im Januar 2016 seine Approbation zurück.
Markus B. vor Gericht: „Ich habe auch meiner Frau gegenüber die Vorwürfe eingeräumt. Sie hat sich von mir getrennt.“
Der gebürtige Schwabe ist nach Bayern gezogen, wirkt dort für eine Medizin-Firma an klinischen Studien mit. „Eine reine Büro-Tätigkeit“, versicherte er.
Sein gestörtes Sexual-Verhalten will er in einer Therapie aufarbeiten.
Bild Zeitung