Wegen 100 Stangen Zigaretten!
Lotto-Omi (76) erwürgt
Nürnberg – Sie hatte immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen und ein offenes Ohr für ihre Kunden. Fast 30 Jahre lang war Frieda H. (†?76) die gute Seele in ihrem Nürnberger Kiosk.
DOCH DIE LIEBE LOTTO-OMI WURDE ERDROSSELT – WEGEN 100 STANGEN ZIGARETTEN!
Witwer Horst H. (78) traf gestern vor Gericht auf die mutmaßlichen Mörder seiner geliebten Frieda. Er hat den Tod seiner Frau noch immer nicht verwunden. Unmittelbar nach der Tat hatte er gesagt: „Wir wollten im Sommer in Rente gehen. Ich weiß nicht, wie‘s weitergehen soll.“
? Rückblick: Am Karsamstag 2011 klopft es um kurz vor 6 Uhr an der noch verschlossenen Kiosk-Tür. Frieda H. öffnete arglos. Vor der Tür warteten zwei Killer auf die Lotto-Oma ...
Der Staatsanwalt ist sicher: Schüler Sid Ali C. (damals 16) und sein 12 Jahre älterer Bruder Rachid C. stürmten in die Lotto-Bude, um Zigaretten zu klauen.
Einer der beiden soll mit voller Kraft auf den Kopf der wehrlosen Frau eingeschlagen und ihr dabei eine Zahnprothese zerbrochen haben. Laut Anklage schleiften die Täter Frieda H. in den hinteren Ladenbereich, versuchten sie dort mit Klebeband zu fesseln.
Die Obduktion belegt, dass sich Frieda H. in Todesangst heftig gegen ihre Peiniger wehrte.
Doch gegen die brutalen Killer hatte die Lotto-Oma keine Chance. Laut Anklage hielt einer der beiden Täter die Frau fest, der andere drückte ihre Kehle zu, bis sie sich nicht mehr rührte. Nach der brutalen Attacke sollen die Täter mit 1377 Schachteln Zigaretten in einem Taxi geflüchtet sein.
Im Prozess schwiegen die Brüder zu den Mord-Vorwürfen. Vor dem Ermittlungsrichter hatte Sid Ali C. nur gestanden, mit seinem Bruder am Tatort gewesen zu sein. Er habe draußen gewartet, sei dann vom Bruder in den Lottoladen gerufen worden. Da habe Frieda H. noch gelebt.
Dem jüngeren Bruder drohen bis zu 10 Jahre Jugendknast, seinem Bruder lebenslänglich mit anschließender Sicherungsverwahrung.