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..:: Deficiente-Forum - Internacional ::.. => Deutsch => Noticias Internacionais => Nachrichten => Tópico iniciado por: RoterTeufel em 18/06/2013, 14:33

Título: Wie lebt man ?mit der Schuld, ?das Leben eines ?Kindes zerstört zu haben??
Enviado por: RoterTeufel em 18/06/2013, 14:33
Unglücks-?Fahrerin (53) vor Gericht
Wie lebt man ?mit der Schuld, ?das Leben eines ?Kindes zerstört zu haben??

Denice (13) ist seit einem Autounfall schwer behindert

Ludwigshafen – Manchmal ist es nur eine halbe Sekunde, die über Glück oder Unglück eines Menschen entscheidet…?

Am 25. Juli 2011 läuft Denice (heute 13) in Ludwigshafen auf die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Birgitta G. (53) sitzt in ihrem Audi. ?

Ein Gutachter stellt später fest: Die Fahrerin hat eine halbe Sekunde Zeit zu reagieren. Zu wenig. Ihr Audi erfasst Denice. Der Körper des Mädchens schleudert 17 Meter weit durch die Luft, prallt auf. Denice erleidet Hirnschäden, Knochenbrüche, liegt im Koma, wird fünf Mal operiert, sitzt bis heute im Rollstuhl.?

Wie lebt man mit der Schuld, das Leben eines Kindes zerstört zu haben??

Gestern musste sich die Fahrerin wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Im Saal VIII des Amtsgerichts Ludwigshafen begegnen sich Birgitta G. und die Schülerin das erste Mal wieder.?

Der Unfall hat das Leben der Autofahrerin dramatisch verändert. Birgitta G. (Sekretärin) war monatelang arbeitsunfähig, hat Depressionen, jobbt nur noch als Teilzeitkraft.?

Mit leiser Stimme erklärt die Angeklagte: „Ich hatte Probleme, das zu verarbeiten. Ich kann bis heute den Namen des Mädchens nicht aussprechen und sage immer nur ‚das Kind‘. Ich habe dem Kind mal ein Buch gekauft, hatte dann aber nicht den Mut, es ihm zu geben.“   ?

Sie erklärt weiter: „Aber ich habe jeden Tag in das Internettagebuch des Mädchens geschaut, um zu sehen, wie es ihm geht.“?

Über den Unfall sagt Birgitta G., sie sei auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als sie mit 50 Stundenkilometern den Bus überholte – vor dem Denice auf die Straße lief.?

„Als ich fast vorbei war, hab ich das Kind erst gesehen. Aber da hatte ich keine Chance mehr.“?

Der Angeklagten versagt die Stimme, dann erzählt sie stockend weiter: „Ich habe angehalten und bin zu dem Kind gelaufen. Es waren Leute da, die sich um das Kind gekümmert haben. Es lag in der stabilen Seitenlage. Da war ein Mann. Der hat ihren Puls gefühlt und gesagt: ‚Sie lebt!‘ Wenn man da so ein Kind liegen sieht und nicht weiß, was ist?…“?

Die Richterin verurteilt Birgitta G. zu 4500 Euro Strafe. „Das Gericht glaubt, dass die Angeklagte aufrichtig bereut und viel zu verarbeiten hat.“?

Denice‘ Vater nach dem Urteil zu BILD: „Wir geben ihr nicht die Schuld, wir wollen nur das Beste für Denice. Sie hat Probleme mit dem Gedächtnis, vergisst alles und lebt nur für den Moment. Deshalb soll jeder Moment für sie schön sein.“?