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..:: Deficiente-Forum - Internacional ::.. => Deutsch => Noticias Internacionais => Nachrichten => Tópico iniciado por: RoterTeufel em 26/10/2012, 16:59
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Oliver Stones neuer Drogen-Krimi
Wie nah ist „Savages“am Drogenkrieg im Mexiko?
Enthauptungen, Hinrichtungen, korrupte Polizisten: Hollywood hat den mexikanischen Drogenkrieg entdeckt.
Mexiko-Stadt – Im Schocker-Film „Savages“ geraten zwei Surfer aus Kalifornien in die Fänge der Drogenkartelle. Die Bosse wollen am Drogen-Geschäft der beiden Sunnyboys mitverdienen, treten eine Orgie der Gewalt los. Realität oder übertreibt Hollywood? „Die wahre Gewalt ist noch viel schlimmer, als ich sie zeigen kann“, sagt Savages-Regisseur Oliver Stone zu BILD.de.
Die Story: Zwei Surfer bauen Super-Cannabis für kalifornische Hippies an. Ihr Leben ist eine Orgie aus Spaß, Sex und Spenden – bis das Drogenkartell mitverdienen will und ihren Chefkiller schickt.
Der Liebesfilm wird zum blutigen Action-Thriller. Die Story ist bedrückend, die Realität schockierend!
Seit Jahren versinkt Mexiko im Drogenkrieg. Kartelle bekämpfen sich bis aufs Blut, schrecken vor nichts zurück. Dank korrupter Polizisten läuft das Milliarden-Geschäft wie geschmiert. Wer sich den mächtigen Drogenbossen der „Los Zetas“ oder der „Sinaloa“ in den Weg stellt, wird gnadenlos liquidiert.
Die Drogen-Killer begnügen sich nicht mit Morden. Bestialische Verstümmelungen, Enthauptungen und Hinrichtungen sollen signalisieren: Wir haben die Macht, funkt uns nicht dazwischen.
Seit 2007 starben über 60 000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg!
Das berüchtigte Kartell „Los Zetas“ hat den Norden und Osten Mexikos weitgehend im Griff. Das von früheren Elitesoldaten gegründete Kartell ist bekannt dafür, dass es seine Feinde köpft und zerstückelt.
Wie im vergangenen Mai. An einer Autobahn bei Monterrey machten Polizisten einen grausigen Fund. Sie fanden die Leichen von 43 Männern und sechs Frauen. Alle waren geköpft. Dazu trennten die Killer ihnen noch Hände und Füße ab, um eine Identifizierung zu erschweren.
Neben den verstümmelten Leichen lag ein Bekennerschreiben der „Los Zetas“. Der Massenmord war eine Warnung an rivalisierende Gangs. Es ging um lukrative Schmuggelrouten in die USA.
Die Brutalität und Unmenschlichkeit der Killer kennt keine Grenzen. In der Grenzstadt Nuevo Laredo entdeckte die Polizei 23 Leichen. Neun von ihnen baumelten an einer Brücke, 14 wurden geköpft.
Unfassbar: Die Köpfe wurden zusammen mit einem Drohbrief in einer Kühlbox vor dem Rathaus der Stadt abgelegt.
Neben den Gehängten hinterließen die „Zetas“ eine unmissverständliche Botschaft an ihre Gegner: „So werden wird alle Idioten erledigen, die ihr schickt!“
Hauptstadt der Gewalt ist die Grenzstadt Ciudad Juárez. 2010 starben hier mehr als 3000 Menschen im Drogenkrieg. Bürgermeister José Reyes hat schon aufgegeben: „Täglich werden acht Menschen umgebracht. Das ist der Schnitt. Und wir sind machtlos.“
Zwar gelingen der Polizei immer wieder spektakuläre Festnahmen von Drogen-Bossen, aber: Es rücken jedes Mal neue Paten nach, ein Ende des blutigen Drogen-Kriegs in Mexiko ist nicht in Sicht.
Auch bei „Savages“ werden Gegner des Kartells geköpft. „Die Köpfungen sind nicht das Schlimmste. Die Wirklichkeit ist weit grausamer. Es ist ein Krieg“, sagt Stone, der fünf Jahre für seinen Film recherchiert hat.