Geiselgangster Degowski könnte 2013 freikommen
Gefängnis-Chef: „Er ist menschlich eine Null“
Das Geisel-Drama von Gladbeck 1988 – es war ein unglaubliches Verbrechen. 54 Stunden Todesangst. 35 Geiseln. 1000 Polizisten. Und zwei Schwerkriminelle, die zwei unschuldige junge Menschen kaltblütig ermordeten.
Werl – 1989 wurde Geiselgangster Dieter Degowski (heute 56) vom Landgericht Essen wegen Mordes und Mordversuchs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Später stellte das Gericht noch die „besondere Schwere der Schuld“ fest.
Seit 1991 sitzt der Mörder in der Justizvollzugsanstalt Werl in Nordrhein-Westfalen – 24 Jahre Haft hat er bisher rum.
Mehrmals bettelte Degowski um Gnade. Doch alle Anträge auf eine vorzeitige Haftentlassung scheiterten bislang immer an der besonderen Schwere der Schuld. 2013 könnte sich das ändern.
„Im kommenden Jahr läuft nach 25 Jahren Haft die 'Schwere seiner Schuld' ab“, sagte der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses Werl, Michael Skirl, dem Nachrichtenmagazin „Focus“.
KOMMT DER GEISELGANGSTER 2013 frei?
Gefängnisdirektor Skirl ist skeptisch: „Menschlich ist er eine Null. Wehleidig. Ein klassischer Mitläufer. ... Degowski hat die Therapien bei uns nur angekratzt und er ist dissozial. Ich glaube nicht, dass er 2013 freikommt.“
ÜCKBLENDE: Am 16. August 1988 überfielen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner eine Deutsche-Bank-Filiale in Gladbeck (Ruhrgebiet). Es folgte eine dramatische Irrfahrt durch Deutschland, live übertragen im TV, schockiert verfolgt von Millionen Zuschauern, und der Mord an zwei jungen Menschen ...
Degowski erschoss den italienischen Jungen Emanuele di Giorgi (14) und bedrohte stundenlang die Geisel Silke Bischoff, die später von seinem Komplizen Hans-Jürgen Rösner erschossen wurde.