Nach Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes
Zuwanderer-Boom aus Osteuropa ausgeblieben
Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer vor einem Jahr hat weniger Zuwanderer angelockt als erwartet.
„Infolge der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit sind etwa 63 000 Menschen aus diesen Ländern zusätzlich in Deutschland beschäftigt.”
Das sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), der „Rheinischen Post” in Düsseldorf.
Experten hatten erwartet, dass bis zu 140 000 Osteuropäer pro Jahr kommen würden.
Mit einem Anteil von 67 Prozent stammen die meisten der neuen Arbeitskräfte laut Weise aus Polen.
Sie arbeiten dem Bericht zufolge bevorzugt in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Die meisten der Zuwanderer seien von Zeitarbeits- (12.900), Bau-Unternehmen (9500) und dem verarbeitenden Gewerbe (8600) eingestellt worden.
Seit dem 1. Mai 2011 ist der deutsche Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien geöffnet.
Was könnte ein Grund für die Entwicklung sein?
BA-Chef Weise: „Großbritannien und Irland haben ihren Arbeitsmarkt früher für Ausländer geöffnet. Dorthin sind bereits viele Auswanderer gegangen und ziehen nun andere nach.”