Gündogan: „Immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen“
Ilkay Gündogan schlich mit traurigem Blick aus der Leverkusener BayArena. Die wütenden Pfiffe gegen ihn hatten die bis dahin fröhliche WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien (2:1) überschattet und auch Joachim Löw die Laune verdorben.
Jetzt äußerte sich der DFB-Spieler via Twitter und stellte trotz der Pfiffe klar, dass er „immer noch dankbar“ sei, „für dieses Land zu spielen“.
Bundestrainer Joachim Löw hatte sich nach der Partie wegen der Abneigung des Publikums sichtlich betroffen gezeigt: „Es hat mich schon geschmerzt.” Viele Fans haben Gündogan nicht verziehen, dass er sich wie Mesut Özil mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten ließ.
Löw fürchtet, dass die Affäre die ohnehin historisch schwere Aufgabe der Titelverteidigung in Russland mit dem WM-Auftakt am 17. Juni in Moskau überschatten wird. „Eine Mannschaft lebt davon, dass jeder Spieler unterstützt wird. Dass ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, hilft niemandem”, klagte er. Gündogan habe nach Schlusspfiff wie ein Häuflein Elend in der Kabine gesessen.
„Wir versuchen, das nicht auf uns einprasseln zu lassen”, sagte Kapitän Manuel Neuer nach dem Spiel. Er und die anderen Kollegen hätten Gündogan versichert, „dass er für uns wichtig ist”. Mario Gomez übte Fan-Kritik. „Jeder im Stadion will, dass wir Weltmeister werden. Da sollte man nicht kurz vorher einzelne Spieler niedermachen”, sagte der Torjäger: „Wenn wir Weltmeister werden wollen, brauchen wir Ilkay und Mesut.”
Sport Bild