Hooligan-Überfall auf der A3
Das Protokoll der Bundesliga-Schande
Angreifer kamen mit Ketten und Baseball-Schlägern ++ Fahrer: Die Gladbach-Fans hatten Angst um ihr Leben
So sieht die BILD-Zeichnerin Nora Nowatzyk das lebensgefährliche Abdrängen des Gladbacher Fan-Busses auf der A3. Zwei Vans und ein PKW mit Kölner Hooligans zwingen den Bus durch Bremsmanöver auf die Raststätte Siegburg Os
Fassungslosigkeit nach dem brutalen Hooligan-Überfall auf einen Gladbacher Fanbus auf der A3.
Köln-Anhänger, die auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Hoffenheim (1:1) waren, verfolgen den Bus des Bundesliga-Rivalen, drängen ihn von der Autobahn.
Auf einem Rastplatz kommt es zu einem brutalen Überfall mit Baseballschlägern und Eisenstangen, Pflastersteine fliegen, Scheiben gehen zu Bruch.
Das Protokoll der Bundesliga-Schande.
Sonntagabend, gegen 22 Uhr. Der gechartete Fanbus der Gladbacher macht einen Stopp bei einer McDonalds Filiale in Montabaur (Rheinland-Pfalz). An Bord: 38 Gladbach-Fans, Preis für die Auswärtstour 32 Euro. Busfahrer Anton K. (Name geändert) zu BILD: „Wir kamen vom Auswärtsspiel in Nürnberg. Die Stimmung der Gladbach-Fans war trotz des 0:1 gut. Es waren ältere Männer an Bord, Frauen, Jugendliche.“
FC-Hooligans, die in Privatautos von der Auswärtsfahrt in Hoffenheim kommen, werden auf die Gruppe aufmerksam. Mehrere Autos lassen sich zurückfallen, verfolgen den Bus etwa 70 Kilometer auf der A3 Richtung Bonn.
Anton K.: „Als wir wieder auf der Autobahn sind, verfolgt uns ein schwarzer Opel, der Fahrer telefoniert ständig.“
Dann geht alles ganz schnell. Einige Kilometer später setzen sich zwei weiße Mercedes-Vans vor und hinter den Bus, seitlich ein Ford, weitere Autos folgen.
Anton K.: „Vor Siegburg-Ost bremsen sie uns aus, drängen uns auf die Raststätte.“
Die Wagen bremsen den Bus in einem lebensgefährlichen Manöver aus, zwingen ihn zur Abfahrt. Dort wird der Bus sofort eingekreist.
Anton K.: „Aus den Autos sprangen bestimmt 30, 40 Leute, teilweise vermummt. Die Angreifer kamen mit Riesensteinen, Ketten, Baseball-Schlägern, Rohren. Die Scheiben wurden eingeschlagen, die Lichter am Bus zerstört. Die Insassen kauern auf den Sitzen und auf dem Boden, hatten Angst um ihr Leben. Wenn die Leute in den Bus gekommen wäre – ich weiß nicht, was passiert wäre.“
Perfide: Die Pflastersteine, die gegen den Bus fliegen, sind rot-weiß angemalt (die Farben des 1. FC Köln). Eine offenbar geplante Aktion.
Das unfassbare Protokoll der Bundesliga-Schande.
In Köln-Dellbrück winkt die Polizei dann den ramponierten Bus (Schaden: rund 26?000 Euro) von der Autobahn. Und stoppt einen Van mit FC-Hooligans. Neun Personen werden kontrolliert, aber nicht festgenommen. Ein Polizei-Sprecher: „Wir ermitteln wegen Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und Nötigung.“
Kölns Fan-Beauftragter Rainer Mendel: „Wir als 1. FC Köln distanzieren uns deutlich von diesen Vorfällen. Das können wir in keinster Weise tolerieren. Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, so werden wir im Rahmen unser Möglichkeiten reagieren und ein bundesweites Stadionverbot sowie ein Vereinsausschlussverfahren einleiten.”
Der Klub habe sich darüber hinaus sofort mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gesetzt und „eine offizielle Entschuldigung” ausgesprochen.
Die widerlichen Szenen vom Sonntag: Sie schüren Unwohlsein vor dem Derby am 15. April in Gladbach.
Borussen-Geschäftsführer: Stephan Schippers: „Was am Sonntag passiert ist, hat in keiner Weise etwas mit Fußball oder sportlicher Rivalität zu tun. Wir müssen solche Dinge aus dem Sport fernhalten.“