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Autor Tópico: Vom Wunderkind zum Problem: Sanches „geht kaputt  (Lida 282 vezes)

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Offline RoterTeufel

 
Vom Wunderkind zum Problem: Sanches „geht kaputt“

Die Szene war ein echter Internet-Hit, und Renato Sanches spielte darin die Hauptrolle – allerdings eine unrühmliche. Als die Leihgabe von Bayern München im Trikot von Swansea City Ende November einen Pass auf das Logo eines Energiedrinks auf der Werbebande statt zu einem seiner Kollegen spielte, erntete er Hohn und Spott. Für Fans wie Experten war es der letzte Beweis dafür, dass die verheißungsvolle Karriere des besten Nachwuchsspielers Europas von 2016 in einer Sackgasse enden würde.

Swanseas damaliger Teammanager Paul Clement (wurde am Mittwochabend entlassen, d. Red.) verbarg nach dem Malheur ernüchtert seinen Kopf in der linken Hand – und wechselte Sanches zur Pause aus. In den folgenden vier Ligaspielen kam Sanches auf fünf Einsatzminuten. Die „Sun“ schreibt daher von einer „Horror-Leihe“ für den 20-Jährigen, der „Guardian“ nennt Sanches einen „spektakulären Flop“. Clement müsse schon arg verzweifelt sein, sollte er den portugiesischen Europameister noch einmal in die Startelf holen. „In England“, sagt Fernando Meira, „geht Renato kaputt.“

Der Kapitän der Meistermannschaft des VfB Stuttgart 2007 sorgt sich um seinen Landsmann, der seit März auch in der Nationalelf außen vor ist. Swansea sei „nicht gut für ihn“, sagt er bei „Sport1“, Sanches mental „noch nicht bereit“ für Bundesliga oder Premier League. „Ich denke, dass der Junge zurück nach Portugal muss, um wieder der Alte zu werden. So macht es keinen Sinn und es wird noch schlimmer für ihn.“

Die Bayern betrachten die Entwicklung des Talents, das sie 2016 für stolze 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon an die Isar geholt hatten, mit Sorge. Nach einem schwachen ersten Jahr in München, wo er weder auf noch neben dem Platz Anschluss gefunden hatte, sollte Swansea ein Neuanfang sein. Clement, unter Carlo Ancelotti Assistenzcoach bei den Bayern, wollte ihn unbedingt. Sanches würde gut zum Stil seines Teams passen und Einsatzzeiten bekommen, sagte er.

Doch das Gegenteil ist der Fall, bislang sind es nur 601 von 1530 möglichen Minuten – auch bei den „Schwänen“ wirkt er wie ein Fremdkörper. Wobei sein Banden-Pass zumindest erklärbar ist: Das Logo zeigte einen Büffelschädel auf rotem Hintergrund – und Swansea spielte damals bei Chelsea ganz in Rot. Außerdem: Auch Bayern-Star Thiago passte den Ball vor einem Jahr gegen Leipzig einem schneeschiebenden Werbe-Weihnachtsmann zu. Beide Zuspiele kamen übrigens an.

Dass die Bayern Sanches in der Winterpause erlösen und zurückholen, ist unwahrscheinlich. Trainer Jupp Heynckes betont: „Ich verschwende daran keinen Gedanken, wir sind im Mittelfeld sehr gut bestückt, da haben wir nicht den Bedarf wie auf der ein oder anderen Position.“

Sanches, weiß Heynckes, sei in Swansea unzufrieden. „Ich kenne die portugiesische Seele, da muss man sich kümmern“, sagt er. Der Junge müsse an die Hand genommen und geführt werden, „dann funktioniert der auch“.

Sport Bild
 

 



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