Recycling fürs Image
Adidas, Nike & Co. machen Sportklamotten aus Müll
Sportklamotten sind teuer. Da erstaunt es, dass Adidas, Nike und andere Hersteller öffentlich zugeben, dass einige ihrer Produkte aus MÜLL produziert werden. Aber warum?
Das gute Image ist der Grund. Es ist angesagt, grün zu sein und umweltbewusst zu leben.
„Die Konsumenten beachten solche Faktoren immer mehr“, berichtet Hartmut Heinrich, Sportexperte der Unternehmensberatung Vivaldi Partners im „Handelsblatt“.
Deshalb machen die großen Sporthersteller kein Geheimnis daraus, dass manche Sachen aus recyceltem Müll entstehen.
Als Nike die neuen Trikots für die EM 2012 vorstellte, hieß es aus der Konzernzentrale: „Jedes Trikotset besteht aus durchschnittlich 13 recycelten Plastikflaschen.“
Auch Adidas berichtet, dass die Schuhe und Shirts der rund 80 000 Helfer der Olympischen Spiele im Sommer größtenteils aus wiederverwerteten Materialien bestehen werden.
IMAGE ZÄHLT
„Greenwashing“ (deutsch: grünwaschen) ist das Zauberwort aus der Fachliteratur, dass das Verhalten der Unternehmen erklärt. Man möchte in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image. Immer wieder stehen die Sportkonzerne bei Organisationen und Kunden in der Kritik, dass sie in Ländern produzieren, in denen Umweltstandards nicht so hoch sind. Die Verarbeitung recycelten Materials ist eine Maßnahme, dieser Kritik entgegenzuwirken.
Bleibt zu hoffen, dass das umweltbewusste Engagement der Unternehmen nicht nur vordergründig ist. Adidas zumindest beschäftigt schon ein Team, das sich mit der Einhaltung von Umweltstandards beschäftigt.