Antiterror-Einheit stürmt Bandido-Verstecke
Dieser Rocker-Chef war mal Polizist
Berlin/Potsdam – Die Mega-Razzia war minutiös geplant und diesmal bekam niemand die Gelegenheit, die Rocker zu warnen: 1100 Polizisten, darunter Spezialkräfte der Antiterror-Einheit GSG 9, stürmten Bandidos-Verstecke in Berlin und Brandenburg.
Sie vollstrecken acht Haftbefehle, nehmen fünf weitere Rocker fest. 35 Bandidos müssen zur Personalienfeststellung gefesselt mit zur Wache. Darunter Thorsten S. (37), Bandido-Präsident – und ein Ex-Kollege der Fahnder!
DER ROCKER-CHEF WAR SELBST MAL POLIZIST!
Nach der Pleite um die verratene Razzia bei den Hells Angels vor über einer Woche gelingt den Ermittlern jetzt ein Schlag gegen den als besonders gewaltbereit geltenden Bandidos-Ableger. Seit Juli 2011 wird wegen „bandenmäßigen Rauschgifthandels“ ermittelt:
Es geht um Kokain, Marihuana und das rezeptpflichtige Schmerzmittel „Tilidin“.
Um 5 Uhr kreist über dem Clubhaus der „Bandidos del Este“ in Hennigsdorf (Oberhavel) ein Hubschrauber, noch schlafen die Rocker. Dann schlagen GSG-9-Beamte Fenster ein, werfen Blendgranaten ins Innere, führen die Banden-Mitglieder ab.
Neben dem Clubsitz werden außerdem bis in den Nachmittag 74 Wohnungen und Gewerberäume (27 in Berlin, 47 in Brandenburg) durchsucht. Sie werden den „Bandidos del Este“ und ihren Ablegern „Bulldogs del Este Hennigsdorf“ und „Bulldogs del Este Tegel“ zugeordnet.
Justizsprecher Martin Steltner (52): „Es wurden ein Chemielabor, mutmaßlich zur Drogenherstellung, drei Gewehre, eine abgesägte Schrotflinte und eine Pistole aufgefunden und sichergestellt.“
Außerdem beschlagnahmte die Polizei zwei Motorräder, vier Autos, CDs mit volksverhetzendem Inhalt und kleinere Mengen Rauschmittel und Ampullen mit Testosteron.