Unternehmer sucht verzweifelt neue Angestellte
Wer für uns arbeiten will, bekommt 10 000 Euro
Diese Möbelunternehmer aus Baden-Württemberg suchen seit Monaten dringend neue Angestellte. 32 Stellen sind frei, aber es finden sich keine geeigneten Bewerber.
Drei Millionen Arbeitslose gibt es in Deutschland. In manchen Regionen liegt die Quote noch immer bei fast 18 Prozent. Doch in Bad Säckingen (Baden-Württemberg) an der Schweizer Grenze sucht Möbelunternehmer Werner Beck, 57, seit Monaten neue Angestellte für seine Firma.
„Mir fehlen 32 Mitarbeiter“, sagt der Mann, dessen Firma (150 Angestellte) in der vierten Generation Möbel herstellt und verkauft. Der Chef hat Anzeigen geschaltet, an Ministerien sowie an die Arbeitsagentur und den Landrat geschrieben. Doch er wurde immer nur vertröstet.
In BILD am SONNTAG macht der Möbelunternehmer jetzt folgendes Angebot: „Jeder, der bei mir einen neuen Arbeitsvertrag unterschreibt, bekommt von mir 10 000 Euro obendrauf! Das ist kein Aprilscherz!“
Beck sucht keine Hilfsarbeiter. Er braucht 12 Schreiner, vier Montagehelfer, vier Monteure, zwei Zolldeklarenten, zwei Sachbearbeiter, zwei Küchenverkäufer, zwei Möbelverkäufer und vier Lehrlinge. Er musste schon Kunden wegschicken, konnte ihre Bestellungen wegen Personalmangels nicht bearbeiten.
Liegt’s vielleicht an den Löhnen? „Nein“, sagt Beck, „ein Schreiner verdient bei mir bis zu 40 000 Euro im Jahr, ein guter Verkäufer sogar knapp 100 000 Euro.“
Wo liegt dann das Problem? „Es melden sich oft Leute, die nicht qualifiziert sind. Gleichzeitig gibt es einfach zu wenig junge Leute, die einen Handwerksberuf lernen wollen. Viele Eltern raten ihren Kindern sogar davon ab, Handwerker zu werden. Dabei hat Handwerk in unserer Region wirklich noch goldenen Boden.“
Wer sich da nicht bewirbt, ist selbst schuld.