+++ Wirtschaftsticker +++
Will Hewlett-Packard 1000 Jobs in Deutschland streichen?
Dämpfer für Apple im Google-Streit +++ Neue Facebook-Regeln +++ Porsche baut Händlernetz weltweit aus +++ Moody's senkt Note für Postbank
TOPMELDUNG – Hewlett-Packard will bis zu 1000 Jobs in Deutschland streichen: Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) streicht in Deutschland nach Informationen der „Wirtschaftswoche” möglicherweise bis zu tausend Stellen. „Bis zu tausend Arbeitsplätze sind akut gefährdet”, zitierte das Magazin einen HP-Arbeitnehmervertreter. Insgesamt beschäftigt der Computerhersteller in Deutschland rund 10 400 Mitarbeiter. Europaweit will HP demnach bis Ende 2014 rund 8000 Stellen streichen.
Gegenüber der „Wirtschaftswoche” bestätigte das Unternehmen die Abbaupläne für Europa. Den Stellenabbau in Deutschland wollte HP nicht kommentieren. Es gebe zum aktuellen Zeitpunkt „noch keine konkreten Pläne, wie viele Stellen in den verschiedenen Ländern von der Restrukturierung betroffen sind”, erklärte die Deutschlandzentrale in Böblingen.
Die neue HP-Chefin Meg Whitman hatte Ende Mai angekündigt, dass bis Ende September 2014 weltweit 27.000 Mitarbeiter gehen müssten – acht Prozent der Belegschaft. Sie erhoffe damit jährliche Einsparungen von bis zu 3,5 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro), sagte Whitman.
Wirtschaftsweise: Löhne in Griechenland müssen sinken – Die Wirtschaftsweise Claudia Buch ist überzeugt, dass den Menschen in Griechenland noch massive Einschnitte bevorstehen. „Die Einkommen sind zu hoch im Vergleich zur derzeitigen Leistung der griechischen Wirtschaft”, sagte sie der „Südwest Presse”. Solche harten Anpassungen ließen sich auch nicht umgehen, indem Griechenland aus dem Euro ausscheide. „Die Strukturreformen sind schmerzhaft für die griechische Bevölkerung. Aber sie müssen so oder so kommen, damit die Wirtschaft zukünftig wachsen kann.” Die Tübinger Professorin war erst im Februar in den fünfköpfigen Rat der Wirtschaftsweisen berufen worden, der die Bundesregierung berät.
Moody's senkt Note für Deutsche Postbank: Die Ratingagentur Moody's hat der Deutschen Postbank eine schlechtere Bonitätsnote verpasst. Die Bewertung sei auf A2 von zuvor A1 gesenkt worden, teilte die Agentur mit. Der Ausblick sei stabil. Am Donnerstag hatte die Agentur das Langfrist-Rating der Deutschen Bank auf A2 von zuvor AA3 herabgesetzt. Moody's schaut derzeit mit Sorge auf die internationalen Großbanken. Unberechenbare Kapitalmärkte und eine lahmende Wirtschaft in Europa und den USA machen den Geldhäusern zu schaffen.
Versicherungsvermittler sollen Provisionen offenlegen: Versicherungsvermittler sollen ihren Kunden einem Medienbericht zufolge künftig ungefragt ihre Provisionen offenlegen. Dies sehe eine neue Richtlinie vor, die EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier Anfang Juli vorlegen werde, berichtete die „Wirtschaftswoche”. Bei Lebensversicherungen solle diese neue Regelung sofort wirken, bei allen anderen Versicherungen sei eine dreijährige Schonfrist geplant, berichtete die Zeitschrift unter Berufung auf den ihr vorliegenden Entwurf.
Griechische Telekom-Tochter will Bulgarien-Geschäft verkaufen: Zur Finanzierung des Schuldendienstes erwägt die griechische Telekom -Tochter OTE einen Verkauf ihres Bulgarien-Geschäfts. Um Kredit-Refinanzierungen über 3,4 Milliarden Euro in den nächsten beiden Jahren zu stemmen, denke das Management über eine Trennung von dem Mobilfunkanbieter Bulgaria Globul und dem Elektronikhändler Germanos Telecom Bulgaria nach, teilte OTE mit.
Viele Schlecker-Frauen ohne Perspektive: Drei Wochen nach dem endgültigen Aus für die Drogeriekette Schlecker fehlt hunderten arbeitslosen Verkäuferinnen in Hessen weiterhin jede berufliche Perspektive. Gut 1000 ehemalige Schlecker-Beschäftigte im Land meldeten sich nach neuesten Zahlen der Regionaldirektion für Arbeit bis Mitte Juni arbeitslos. Für 165 davon gibt es bislang eine Lösung: Ihnen wurde eine neue Stelle vermittelt, sie machten sich selbstständig oder verschwanden aus anderen Gründen aus der Arbeitslosenstatistik (zum Beispiel Ruhestand, Geburt eines Kindes).
Dämpfer für Apple im Streit mit Google: Ein US-Richter hat einen Schlussstrich unter den Smartphone-Patentstreit zwischen Apple und Google gezogen. Apple könne keine einstweilige Verfügung gegen die Google -Handy-Tochter Motorola Mobility erwirken, befand Bundesrichter Richard Posner in Chicago. Die Klagen könnten auch nicht wieder vor Gericht gebracht werden. Für Apple bedeutet das einen Rückschlag im weltweiten Patentkrieg der Smartphone- und Tablet-Branche. Der US-Konzern hatte sich von einer Entscheidung gegen Motorola einen Vorteil gegenüber dem Android-Betriebssystem von Google auf dem umkämpften Smartphone-Markt erhofft. Allerdings können beide Firmen noch gegen Posners Entscheidung Rechtsmittel einlegen.
Porsche baut weltweites Händlernetz aus: Der Sportwagenhersteller Porsche will sein Händlernetz weltweit deutlich ausbauen. „In den sogenannten schnell wachsenden Marktregionen wollen wir unsere Präsenz ausweiten”, sagte der Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier. „Wir haben aktuell 750 Porsche-Zentren und wollen Ende des Jahrzehnts in etwa auf 1.000 kommen”, konkretisierte er die Pläne.
Im Blick habe der Sportwagenhersteller dabei die sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. „Aber auch andere Märkte wie Südkorea oder Taiwan haben ein enormes Wachstumspotenzial in den letzten Jahren gezeigt”, sagte Maier.
Neue Regeln! Facebook lässt jetzt Änderungen zu: Das soziale Internet-Netzwerk Facebook ermöglicht seinen Nutzern künftig die Korrektur von Einträgen. Wie das Unternehmen aus Kalifornien am Freitag mitteilte, haben die mehr als 900 Millionen Facebook-Mitglieder damit eine Alternative zum schlichten Löschen von Einträgen, bei denen peinliche Fehler unterlaufen sind. Unbemerkt bleiben die Änderungen allerdings nicht: Laut Facebook-Sprecherin Johanna Peace wird mit der neuen Funktion der Verlauf der Änderungen zugänglich sein, „damit die Menschen, die einen Kommentar abgeben möchten, den gesamten Zusammenhang des Gesprächs sehen können”. Die Änderungsfunktion werde voraussichtlich in den kommenden Tagen startbereit sein.