Familiendrama in Südbaden
Wurde Marlon (6) vom eigenen Vater erstickt?
Diesen Samstag wäre Marlon (6) eingeschult worden. Doch sein Platz in der Scheffelschule in Rheinfelden-Herten (Landkreis Lörrach) blieb leer.?
Rheinfelden – Marlon wurde erstickt. Sein eigener Vater, Mathias A. (48), soll die Tat verübt haben – offenbar weil er keine Aussicht hatte, das Sorgerecht für seinen Sohn zu erhalten.
SCHLIMMES ENDE EINER EHE-KRISE!
Vor anderthalb Wochen war die zehn Jahre jüngere Ehefrau von Mathias A. nach einem heftigen Streit ausgezogen. Sie hat einen Vollzeit-Job, soll für Marlon eine Tagesmutter gesucht haben. Deshalb blieb das Kind vorerst beim Vater.?
Am Freitag meldeten sich Angehörige bei der Polizei. Bei dem Vater gehe niemand ans Telefon, man mache sich Sorgen.
Polizisten fuhren zur Erdgeschoss-Wohnung, schoben den Rollladen eines Fensters nach oben – und sahen den bewusstlosen Mathias A. in der Badewanne. Ein Kripo-Sprecher: „Er hatte einen Suizidversuch unternommen und war nicht mehr ansprechbar.“
Sofort brachen die Polizisten die Wohnungstür auf.? Die Beamten fanden Marlon leblos in seinem Kinderbettchen!
Er muss schon mehrere Stunden tot gewesen sein, konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Sein Vater wurde in eine Klinik gebracht, wo ihn Ärzte retten konnten.
Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, Polizisten bewachen ihn am Krankenbett.? Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren wegen des Verdachts auf Totschlag.
Eine Obduktion des Kindes ergab: Der kleine Marlon wurde offenbar vom Vater erstickt.
Ein Ermittler: „Erste Ermittlungen deuten auf einen Sorgerechtsstreit hin.“ Ein Arbeitskollege von Mathias A.: „Er hatte Donnerstag erfahren, dass er wegen eines Haftbefehls in der Schweiz kein Sorgerecht bekommen würde.“ Der Grund für den Haftbefehl: Verdacht auf Frührenten-Betrug.?
Mathias A. war Schichtleiter einer Chemie-Firma in der Schweiz, meldete sich vor wenigen Jahren nach einem Unfall arbeitsunfähig. Nachbarn sagen: „Er fuhr weiterhin Motorrad, half Bekannten im Garten.“
Auch in Deutschland wurde bereits gegen den Mathias A. ermittelt – in beiden Fällen geht es um Körperverletzung im familiären Umfeld.
Die Ermittler rechnen damit, den Mann frühestens am Montag vernehmen zu können. Die Mutter des Kindes erlitt einen Schock.