Leverkusen-Sportchef Rudi Völler
Lieber Bender und Schürrle als 50 Mio
Leverkusens Sportchef Rudi Völler (52) hätte auf einen Schlag große Kasse mit zwei Spieler-Verkäufen machen können. Im BILD-Interview verrät er, warum er die Angebote abgelehnt hat.
BILD: Sie hätten auf einen Schlag rund 50 Mio Euro kassiert, wenn Sie André Schürrle zu Chelsea und Lars Bender zu Bayern verkauft hätten. Warum verzichten Sie auf so viel Geld?
Völler: „Nein zu sagen, fiel uns leicht. Unsere Ziele erreichen wir eher mit Bender und Schürrle als ohne sie. Wir hätten so schnell keinen gleichwertigen Ersatz bekommen. Noch mal: Beide bleiben hier!“
BILD: Befürchten Sie, dass Sie jetzt zwei unzufriedene Spieler haben?
Völler: „Diese Jungs haben einen Top-Charakter, die hauen sich total rein. André hat sich Gedanken über Chelsea gemacht – legitim. Und Lars hat das Bayern-Interesse geschmeichelt. Ich habe beiden gesagt: ‚Das war nicht eure letzte Anfrage, diese Angebote machen euch nur noch besser.‘“
BILD: Michael Ballack ist ohne Klub, ein Wechsel in die USA hat bislang nicht geklappt. Tut er Ihnen leid?
Völler: „Ich hatte länger keinen Kontakt zu Michael. Aber ich glaube, dass er nach seiner Traumkarriere gelassen mit der Situation umgeht. Die USA waren nie das Nonplusultra für ihn. Doch vielleicht ergibt sich demnächst ja noch was.“
BILD: Was haben Sie Ballack zum Abschied geraten?
Völler: „Er soll den Trainerschein machen – unabhängig davon, ob er noch weiter spielen will. Michael hat den Fußballverstand und ein gutes Auge. Er weiß, wie man ein Team voranbringt.“
BILD: Überrascht, dass Ihr Ex-Trainer Robin Dutt DFB-Sportdirektor wurde?
Völler: „Ich dachte, dass Robin weiter im Trainerbereich arbeiten wollte. Aber ich freue mich für ihn. Für uns hat das einen positiven Nebeneffekt. Dutt stand bei uns noch auf der Gehaltsliste. Sein Vertrag wurde jetzt aufgelöst.“